Matthias Leupold erinnert sich in seinen Fotoinszenierungen an Kindheit und Jugend in Ost-Berlin in den sechziger bis achtziger Jahren. Er stellt die Kamera, wie Karl Corino es nannte, "in den toten Winkel jener Epoche". Uniformen der Pioniere, der FDJ, der Gesellschaft f?r Sport und Technik und schlie?lich der NVA pr?gten den Alltag. Die Kinder- und Jugendorganisationen dienten der systematischen Formung junger B?rger.
Der Titel verweist auf das Aufgehen des Individuums in der Gruppe. Wer sich nicht unterordnete, wurde ausgegrenzt wie die fallengelassene Goldmedaillengewinnerin oder Leupold selbst, der 1982 wegen Nichtanzeige der Republikflucht eines Freundes in der Stasi-Haftanstalt Hohensch?nhausen inhaftiert war. Dort erlebte er die Entpersonalisierung als Methode der Unterdr?ckung.
Marharyta Pshenitsyna (Puppenspielerin am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen, geb. in Lviv) brachte sich als Darstellerin in viele Bilder dieser Serie ein. An diesem Abend liest sie eine Textzusammenstellung, die den Hintergrund f?r Leupolds Fotografien bildeten: Darunter sind bekannte Texte von Robert Havemann und J?rgen Fuchs, neben den kindlichen Notizen aus eben jenem Gruppenbuch, nach dem dieses Projekt benannt ist.
Veranstaltung anl??lich der Langen Nacht der Museen Berlin
Dauer ca. 45 Minute, Tickets hier erh?ltlich: https://langenachtdermuseen.berlin/